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Kars historische Orte: Von Ani bis zur Festung

Von den Ruinen von Ani über die Festung Kars bis zur Kümbet- und Fethiye-Moschee: Ein Guide zu den historischen Schichten von Kars und ihrer russischen Steinarchitektur.

Blogbeiträge21.07.2026
21.07.2026
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Kars historische Orte: Von Ani bis zur Festung

Von den Ruinen von Ani über die Festung Kars bis zur Kümbet- und Fethiye-Moschee: Ein Guide zu den historischen Schichten von Kars und ihrer russischen Steinarchitektur.

Kars historische Orte drehen sich vor allem um die Ruinenstadt Ani, 45 Kilometer östlich des Zentrums, doch auch die Stadt selbst trägt armenische, seldschukische, osmanische und russische Spuren nebeneinander. Von der Festung Kars über die Kümbet-Moschee bis zu den russischen Steinbauten und der Fethiye-Moschee reicht dieses Erbe, das Kars zu einer der geschichtlich dichtesten Städte der Türkei macht. Dieser Guide zeigt die wichtigsten Bauwerke, den Ausflug nach Ani und die lokale Käse- und Honigkultur.

Ani: Ein Tagesausflug in die mittelalterliche Vergangenheit von Kars

Die Ruinenstadt Ani liegt rund 45 Kilometer östlich von Kars auf einem Plateau nahe der armenischen Grenze. Zwischen 961 und 1045 war Ani Hauptstadt des bagratidisch-armenischen Königreichs und wuchs zur „Stadt der 1001 Kirchen" heran, mit einer Bevölkerung von mehreren Zehntausend Menschen. 2016 wurde die Stätte zum UNESCO-Welterbe erklärt.

Erhalten sind unter anderem die Kathedrale von Ani (um 989-1010 erbaut), die 1215 fertiggestellte Kirche des Heiligen Gregor sowie die nach 1035 errichtete, 1955 teilweise eingestürzte Erlöserkirche, dazu die doppelte Stadtmauer aus vulkanischem Basalt. 1236 plünderten die Mongolen die Stadt, 1319 folgte ein schweres Erdbeben, und bis zum 17. Jahrhundert wurde Ani vollständig verlassen. Heute ist die menschenleere Ruinenstadt laut UNESCO ein Ort, an dem sich armenische, georgische und islamische Bautraditionen begegnen. Da das Gelände direkt an die geschlossene Grenze zu Armenien grenzt, sollte man beim Besuch einen Ausweis mitführen.

Die Festung Kars und die mittelalterliche Silhouette der Stadt

Die Festung Kars thront auf dem Hügel über der Stadt und ist von fast jedem Punkt aus sichtbar. Mauerreste aus bagratidischer Zeit bilden die älteste Schicht, während die heutige Form vor allem auf den Bau des Saltukiden-Beyliks im 12. Jahrhundert und eine Instandsetzung im Jahr 1579 durch Lala Mustafa Pascha im Auftrag von Sultan Murad III. zurückgeht. Ab 1579 kam Kars unter osmanische Verwaltung und blieb lange eine strategisch wichtige Grenzfestung.

An den Mauern ist bis heute ein armenisches Chatschkar mit Bauinschrift erhalten; im Innenhof stehen eine kleine Moschee und ein Grab, das dem legendären Helden Kahraman Celal Baba aus dem 13. Jahrhundert zugeschrieben wird. Der Eintritt ist frei, und von den Zinnen blickt man über die ganze Stadt und das Tal des Kars-Flusses. Der schmale Pfad zur Festung bietet zusammen mit der darunterliegenden Kümbet-Moschee einen Blick, der das mittelalterliche Stadtbild auf einen Schlag zusammenfasst.

Die Kümbet-Moschee: Die Apostelkirche aus dem 10. Jahrhundert

Die Kümbet-Moschee ist das älteste religiöse Bauwerk der Stadt und wurde um 930 als armenische Kirche der Heiligen Apostel errichtet. Über die Jahrhunderte diente sie abwechselnd als Moschee, orthodoxe Kirche und Museum, bevor sie 1993 endgültig wieder zur Moschee wurde; die zwölfeckige Kuppeltrommel erinnert bis heute an den ursprünglichen Namen.

Mit ihren dicken Steinmauern und dem kreuzförmigen Grundriss folgt sie derselben mittelalterlichen armenischen Steinmetztradition wie die Kirchen von Ani. Sie liegt direkt am Fuß der Festung, nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt, sodass sich beide Besichtigungen leicht an einem Vormittag kombinieren lassen; die engen Gassen ringsum bewahren zudem alte Kars-Wohnhäuser.

Die Fethiye-Moschee und die russische Steinarchitektur

Die Fethiye-Moschee wurde 1885 während der russischen Verwaltung (1878-1918) als Alexander-Newski-Kirche samt Kaserne errichtet und später durch angebaute Minarette zur Moschee umgewidmet. Die umliegenden dunklen Basaltbauten im sogenannten „baltischen Stil" stammen aus derselben russischen Epoche und lassen sich am besten bei einem Spaziergang entlang der Kâzım-Karabekir-Straße entdecken.

Nach dem Osmanisch-Russischen Krieg von 1877/78 kam Kars durch den Berliner Vertrag unter russische Verwaltung und wurde in rund vierzig Jahren mit breiten, rasterförmigen Straßen und symmetrischen Steinfassaden neu aufgebaut – der Schriftsteller Orhan Pamuk beschrieb diese in der Türkei einzigartige Architektur in seinem Roman Schnee. Zwei weitere Stationen ergänzen dieses Erbe:

  • **Kars Müzesi (Stadtmuseum)** — zeigt kostenlos archäologische und ethnografische Funde von der Vorgeschichte bis zur russischen Zeit.
  • **Kars-Käse und -Honig** — der von Schweizer Käsern im 19. Jahrhundert eingeführte Gravyer-Käse (Kaşar) sowie Honig aus den umliegenden Hochweiden gehören zur kleinen, aber beliebten kulinarischen Tradition der Stadt.

Wie kommt man nach Ani, und wann ist die beste Reisezeit für Kars?

Am einfachsten erreicht man Ani mit dem Touristenbus, der täglich gegen 08:30-09:00 Uhr von der Faik-Bey-Straße im Zentrum von Kars abfährt; die Fahrt dauert etwa eine Stunde pro Strecke, sodass eine Rückkehr am selben Tag möglich ist. Für die Stadt selbst sollte man mindestens zwei volle Tage einplanen, Ani inklusive.

Kars liegt auf 1800 Metern Höhe, im Winter fallen die Temperaturen auf bis zu -25°C und der Schnee liegt hoch; für einen entspannten Besuch von Festung und Ani eignet sich die Zeit von Juni bis September am besten. Die Anreise erfolgt meist per Flugzeug oder mit dem Doğu Ekspresi, dessen Endstation Kars ist. Wer eine Nacht in Kars verbringt und früh am nächsten Morgen zur Ani-Tour aufbricht, nutzt den Tag am effizientesten.

Festung, Kümbet-Moschee und Fethiye-Moschee lassen sich gut zu einem einzigen Spaziergang im Zentrum verbinden. Für Ani lohnt sich dagegen ein eigener Tag, um die Ruinen ohne Eile zu erkunden. Warme Kleidung ist auch im Sommer empfehlenswert, da die Abende in dieser Höhenlage kühl bleiben.

FAQ

Wie kommt man von Kars zu den Ruinen von Ani?

Der einfachste Weg nach Ani ist der Touristenbus, der täglich gegen 08:30-09:00 Uhr von der Faik-Bey-Straße im Zentrum von Kars abfährt. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde pro Strecke, vor Ort bleibt genug Zeit für mehrere Stunden Rundgang, und die Rückkehr nach Kars ist noch am selben Tag möglich. Wer mit dem eigenen Auto fährt, findet die Strecke gut ausgeschildert, sollte aber wegen der Grenznähe einen Ausweis mitführen.

Welche Jahreszeit eignet sich am besten für einen Besuch von Kars und Ani?

Kars liegt auf 1800 Metern Höhe, weshalb die Winter extrem kalt ausfallen; die Temperaturen können auf bis zu -25°C fallen, und der Schnee bleibt monatelang liegen. Für einen entspannten Besuch der Festung, der Kümbet-Moschee und besonders der im Freien gelegenen Ruinen von Ani eignet sich die Zeit von Juni bis September am besten, wenn die Tage mild und die Nächte noch angenehm kühl sind.

Wie viele Tage braucht man für Kars und Ani?

Die Festung Kars, die Kümbet-Moschee und die Fethiye-Moschee lassen sich problemlos an einem einzigen Tag oder sogar bei einem einzigen Spaziergang besichtigen. Rechnet man den Ausflug nach Ani hinzu, sollte man insgesamt mindestens zwei volle Tage einplanen; wer die Ruinen in Ruhe erkunden und Kirchen sowie Stadtmauer im Detail betrachten möchte, profitiert von einem dritten Tag.