Sozopol historische Orte: das antike Apollonia und die Altstadt
Sozopol historische Orte: das antike Apollonia aus dem 7. Jh. v. Chr., der Koloss des Apollon, die Holzhäuser des 19. Jahrhunderts und das Apollonia-Kunstfestival.
Sozopol ist einer der geschichtsträchtigsten Orte an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die auf einer kleinen Halbinsel gelegene Altstadt vereint die Spuren des antiken Apollonia, die Holzhäuser des 19. Jahrhunderts und enge Steingassen. Diese über zweitausendjährige Vergangenheit macht die Stadt zugleich zu einem Urlaubs- und einem Geschichtsziel. In diesem Leitfaden besuchen wir die wichtigsten historischen Orte von Sozopol der Reihe nach.
Warum ist Sozopol eine antike Stadt?
Sozopol wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Kolonisten aus Milet gegründet. Die Stadt hieß zunächst Antheia und wurde bald darauf Apollonia (Apollonia Pontica) genannt. Diese tiefe Vergangenheit macht Sozopol zu einer der ältesten Siedlungen an der westlichen Schwarzmeerküste und bildet die Grundlage der Identität der Stadt.
Das antike Apollonia war ein unabhängiger griechischer Stadtstaat, der durch den Seehandel wohlhabend wurde. Der Name der Stadt geht auf die Verehrung des griechischen Gottes Apollon zurück. Über die Jahrhunderte prägten griechische, römische, byzantinische und bulgarische Epochen das Gefüge der Stadt. Heute sind in den Gassen der Altstadt und an den umliegenden archäologischen Stätten die Spuren dieser antiken Schichten zu sehen; Sozopol lässt sich fast wie ein Freilicht-Geschichtsbuch lesen.
Der Koloss des Apollon und die Römerzeit
Das berühmteste Werk des antiken Apollonia war die im 5. Jahrhundert v. Chr. errichtete gewaltige Apollon-Statue. Der etwa 13 Meter hohe Bronzekoloss des Bildhauers Kalamis war ein Sinnbild der Macht und des Reichtums der Stadt. Die Statue wurde 72 v. Chr. vom römischen Feldherrn Marcus Lucullus nach Rom gebracht.
Auch wenn der Koloss in frühchristlicher Zeit verloren ging, trägt er den Ruhm Apollonias in der antiken Welt bis heute weiter. Die römische Herrschaft fügte der Architektur und dem Leben der Stadt neue Schichten hinzu. Bei Ausgrabungen rund um Sozopol freigelegte Mauer-, Tempel- und Wohnreste zeigen den Maßstab der Stadt in der Antike. Diese Funde werden in den Museen und an den archäologischen Stätten der Region den Besuchern gezeigt.
Die Altstadt und die Holzhäuser
Die Altstadt von Sozopol ist ein historischer Kern auf einer schmalen Halbinsel, bekannt für seine steingepflasterten Gassen. Die Holzhäuser des 19. Jahrhunderts wurden in einem für die bulgarische Nationale Wiedergeburt typischen Stil errichtet; mit ihrem steinernen Erdgeschoss und den vorkragenden hölzernen Obergeschossen verleihen sie der Stadt ein eigenes Gefüge.
Die zum Meer offenen Gassenenden rahmen Fischerboote und den Blick auf das Schwarze Meer. Die historischen Kirchen der Altstadt spiegeln die vielschichtige religiöse Vergangenheit der Stadt. Viele dieser Häuser dienen heute als Pension, Kunstwerkstatt oder Restaurant. Die Altstadt zu Fuß zu erkunden, verbindet die Schichten von den antiken Resten bis zur Holzhausarchitektur auf einer einzigen Route und lässt die eigene Atmosphäre der Stadt aus der Nähe spüren.
Das Apollonia-Kunstfestival und das heutige Sozopol
Sozopol ist auch für das seit 1984 jedes Jahr im September stattfindende Apollonia-Kunstfestival bekannt. Das Festival, das Theateraufführungen, Ausstellungen, Film- und Musikveranstaltungen vereint, hält den antiken Namen der Stadt lebendig und macht Sozopol zu einem der wichtigen Kulturzentren Bulgariens.
Während des Festivals füllen sich die Gassen der Altstadt mit Künstlern und Besuchern. Die nahe Insel St. Ivan (Sveti Ivan) ist ein Ort von archäologischer Bedeutung und von der Küste aus zu sehen. In den Sommermonaten zieht Sozopol mit seinem historischen Gefüge und seinen Stränden großes Interesse an. In dieser Hinsicht ist die Stadt ein lebendiges Schwarzmeerziel, das antike Vergangenheit und zeitgenössisches Kulturleben zusammen bietet.
Wie erkundet man Sozopol?
Der Kern des Rundgangs ist die Altstadt auf der Halbinsel; ihre engen Gassen, Holzhäuser und Kirchen lassen sich bei einem gemütlichen Spaziergang in einigen Stunden erkunden. Die antiken Reste und Museen fügen sich in diese Route ein. Dank ihrer Nähe zu Burgas lässt sich Sozopol leicht in Regionalausflüge einbinden.
Der frühe Morgen eignet sich, um die Kühle zu nutzen und den Menschenmengen auszuweichen. Die Uferwege und Strände verbinden sich mit dem Geschichtsrundgang. Bequeme Schuhe helfen auf den steingepflasterten, ansteigenden Gassen. In den Sommermonaten kann es den Besuch bereichern, den Festival- und Veranstaltungskalender im Voraus zu prüfen. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Stadtseite zu Sozopol.
FAQ
Welche antike Stadt war Sozopol?
Sozopol wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Kolonisten aus Milet gegründet. Die Stadt hieß zuerst Antheia, dann Apollonia (Apollonia Pontica). Dieser durch den Seehandel wohlhabend gewordene unabhängige griechische Stadtstaat ist eine der ältesten Siedlungen an der westlichen Schwarzmeerküste und trägt seinen Namen nach dem griechischen Gott Apollon.
Was war der Koloss des Apollon?
Der Koloss des Apollon war eine im 5. Jahrhundert v. Chr. im antiken Apollonia errichtete, etwa 13 Meter hohe gewaltige Bronzestatue des Apollon. Der Koloss, ein Werk des Bildhauers Kalamis, war ein Sinnbild der Macht der Stadt. 72 v. Chr. wurde er vom römischen Feldherrn Marcus Lucullus nach Rom gebracht und ging in frühchristlicher Zeit verloren.
Was gibt es in der Altstadt von Sozopol zu sehen?
Die Altstadt auf der Halbinsel ist für ihre steingepflasterten Gassen, die hölzernen Häuser der Nationalen Wiedergeburt des 19. Jahrhunderts und ihre historischen Kirchen bekannt. Die zum Meer offenen Gassenenden rahmen Fischerboote; viele Häuser sind heute Pension, Werkstatt oder Restaurant. Mit den antiken Resten und Museen lässt sich die Altstadt bei einem gemütlichen Spaziergang in einigen Stunden erkunden.
