Wichtige Fakten
Die Baščaršija ist der historische Basarbezirk und zugleich das kulturelle Herz von Sarajevo, geprägt von engen, steingepflasterten Gassen, Handwerksläden, Moscheen und alten Karawansereien. Der Name stammt aus dem Türkischen: "baš" bedeutet "Haupt" oder "wichtigster", "čaršija" steht für Basar oder Markt – zusammen also der "Hauptmarkt" der Stadt.
Was ist die Baščaršija?
Das Viertel liegt in der Gemeinde Stari Grad, nahe dem Nordufer der Miljacka, und vereint bis heute mehrere Glaubensgemeinschaften auf engstem Raum: Moscheen, eine orthodoxe Kirche, eine katholische Kathedrale und eine Synagoge stehen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Diese Nähe macht die Baščaršija zu einem lebendigen Abbild von Sarajevos jahrhundertealter religiöser Vielfalt.
Geschichte: Von der Osmanischen Gründung bis Heute
Die Baščaršija geht auf das Jahr 1462 zurück, als der bosnische Sandschak-Bey Isa-Beg Ishaković hier ein Karawanserei-Gebäude mit umliegenden Läden errichten ließ; im 16. Jahrhundert wuchs der Basar rasch, unter anderem durch die 1530 fertiggestellte Gazi-Husrev-Beg-Moschee samt Medresa, Bibliothek, Hamam und Bezistan. Der osmanische Reisende Evliya Çelebi zählte im 17. Jahrhundert dort über tausend Geschäfte.
Der 1551 errichtete Morića Han ist die einzige erhaltene osmanische Karawanserei Sarajevos und beherbergt heute einen Teppichladen sowie ein traditionelles Restaurant. Nach 1945 geplante Abrisse wurden letztlich nicht umgesetzt, und auch die Belagerung Sarajevos in den 1990er-Jahren, die dem Viertel erhebliche Schäden zufügte, konnte die Baščaršija nicht auslöschen – sie wurde in den folgenden Jahren wieder aufgebaut.
Was Kann Man in der Baščaršija Sehen?
Das Wahrzeichen des zentralen Platzes ist der hölzerne Sebilj-Brunnen, dessen erste Fassung 1753 von Mehmed-Pascha Kukavica gestiftet und 1891 an den heutigen Standort versetzt wurde; wegen der zahlreichen Tauben rund um den Brunnen wird der Platz bis heute im Volksmund auch "Taubenplatz" genannt.
In den umliegenden Gassen reihen sich Werkstätten von Kupferschmieden und Lederhandwerkern, kleine Cafés mit bosnischem Kaffee sowie der rund dreißig Meter hohe Uhrturm (Sahat-Kula). Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich die elegante Kuppel der Gazi-Husrev-Beg-Moschee, während die Alte Synagoge – heute jüdisches Museum – und die Herz-Jesu-Kathedrale die multireligiöse Prägung des Viertels unterstreichen. Auch der überdachte Bezistan-Markt erinnert an die osmanische Handelstradition, die die Baščaršija einst prägte.
Wie Erkundet Man die Baščaršija am Besten?
Die Baščaršija liegt im Stadtteil Stari Grad in fußläufiger Entfernung zur Innenstadt und lässt sich zu jeder Tageszeit gut zu Fuß erkunden; bequemes Schuhwerk ist wegen des unebenen Kopfsteinpflasters ratsam, und als Orientierungspunkt eignet sich der gut sichtbare Sebilj-Brunnen besser als jede Karte. Am lebendigsten wirkt das Viertel am späten Nachmittag und frühen Abend.
Die meisten Läden haben an den meisten Wochentagen geöffnet, einzelne kleine Werkstätten können jedoch an bestimmten Tagen geschlossen sein, weshalb es sich lohnt, aktuelle Öffnungszeiten vor Ort zu prüfen. Wer sich Zeit nimmt, in Seitengassen abzubiegen und in einem Café innezuhalten, erlebt die Baščaršija abseits des reinen Durchlaufs am intensivsten.

