Wichtige Fakten
Der Diokletianpalast wurde zwischen etwa 295 und 305 n. Chr. für den römischen Kaiser Diokletian errichtet und vereint die Grundrisslogik einer prunkvollen Ruhesitzvilla mit der eines römischen Militärlagers (Castrum). Er liegt heute mitten im historischen Zentrum von Split und bedeckt eine unregelmäßig rechteckige Fläche von rund 215 mal 175 Metern, die bis heute das Straßenraster der Stadt prägt.
Was ist der Diokletianpalast?
Anders als ein klassischer Kaiserpalast wurde die Anlage wie ein befestigtes Lager konzipiert: dicke Mauern, ursprünglich von zahlreichen Türmen verstärkt, und vier monumentale Tore, die Zugang zu verschiedenen Vierteln gewähren. Im Norden liegt das Goldene Tor, im Osten das Silberne Tor, im Westen das Eiserne Tor und im Süden, zum Meer hin, das Eherne Tor. Die Südfassade zur Küste hin zeigt eine elegante, nicht befestigte Arkadengalerie.
Welche geschichtliche Bedeutung hat der Palast?
Diokletian verbrachte nach seiner Abdankung den Rest seines Lebens in diesem Palast; sein Mausoleum wurde nach seinem Tod in eine christliche Kathedrale umgewandelt. Im 7. Jahrhundert suchten Menschen, die vor Invasionen in der Region flohen, Schutz innerhalb der dicken Mauern, und aus der Anlage entwickelte sich über Jahrhunderte der Kern der heutigen Stadt Split.
Das ursprünglich als Diokletians Mausoleum errichtete Gebäude wurde zur Kathedrale des Heiligen Domnius (Sv. Duje) mit einem später hinzugefügten romanischen Glockenturm; sie gilt als eine der ältesten Kathedralen der Welt, die in ihrer ursprünglichen Bausubstanz noch für Gottesdienste genutzt wird. Der Jupitertempel wurde im Lauf der Zeit zum Baptisterium umgestaltet. Die historische Altstadt von Split wurde zusammen mit dem Palast 1979 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Was kann man im Palast besichtigen?
Im Herzen der Anlage liegt das Peristyl, ein von Säulengängen umgebener monumentaler Hof, der Zugang zu den kaiserlichen Gemächern und Tempeln bietet und zu den eindrucksvollsten Orten des gesamten Komplexes zählt. In den engen Steingassen ringsum verschmelzen antike Mauern mit mittelalterlichen und Renaissance-Ergänzungen zu einem dichten architektonischen Nebeneinander.
Ein Aufstieg auf den Glockenturm der Domnius-Kathedrale eröffnet einen weiten Blick über die Stadt und die vorgelagerte Adria. Unter den kaiserlichen Wohnräumen erstrecken sich weitläufige Kellergewölbe, die als einer der am besten erhaltenen antiken Unterbaukomplexe weltweit gelten; heute sind dort archäologische Funde ausgestellt.
Worauf sollte man beim Besuch achten?
Der Palast ist kein eingezäuntes Museum, sondern ein bewohntes Viertel mit Geschäften und Cafés, sodass Besucher antike Bausubstanz und lebendigen Alltag gleichzeitig erleben. Durch welches der vier Tore man auch eintritt, das Verlaufen in den schmalen Gassen gehört zum natürlichsten Weg, die Anlage zu entdecken.
Dank der kompakten Fläche lässt sich der Palast bequem zu Fuß erkunden; die als Cardo und Decumanus bekannten römischen Hauptstraßen erleichtern die Orientierung. Wer den Glockenturm besteigen möchte, sollte mit engen, steilen Treppen rechnen, die etwas Trittsicherheit erfordern. Da sich das Licht auf den Steinmauern im Tagesverlauf stark verändert, lohnt sich ein Rundgang sowohl am Morgen als auch am späten Nachmittag.
