Wichtige Fakten
Die Basilika-Zisterne ist ein gewaltiger unterirdischer Wasserspeicher im Sultanahmet-Viertel von Istanbul und die größte und eindrucksvollste unter Hunderten von Zisternen der Stadt. Das Bauwerk stammt aus byzantinischer Zeit, diente über Jahrhunderte der Wasserversorgung der Stadt und ist heute als Museum für Besucher zugänglich.
Was ist die Basilika-Zisterne?
Mit einer Fläche von etwa 138 mal 65 Metern erreicht die Zisterne rund 9.800 Quadratmeter und konnte einst bis zu 80.000 Kubikmeter Wasser fassen. Eine Anlage dieser Größenordnung zeigt, welchen Stellenwert die Wasserversorgung im byzantinischen Konstantinopel besaß. Das gedämpfte Licht, die kühle Luft und der Wald aus Säulen lassen Besucher spüren, dass sie unter der Oberfläche der Stadt in eine andere Welt eintreten.
Woher Stammt die Geschichte der Zisterne?
Die Zisterne wurde im 6. Jahrhundert unter dem byzantinischen Kaiser Justinian I. errichtet und ersetzte eine frühere Basilika, die zuvor an derselben Stelle stand. Der Überlieferung nach waren Tausende Arbeiter am Bau beteiligt; die Zisterne wurde über ein Aquädukt aus dem Belgrader Wald gespeist, um den Wasserbedarf der Stadt zu decken.
In osmanischer Zeit geriet die Existenz der Zisterne zeitweise in Vergessenheit, bis ein französischer Reisender im 16. Jahrhundert von Anwohnern erfuhr, die durch Kellerluken Fische aus dem Wasser fischten, und die Anlage daraufhin wiederentdeckte. Zwischen 2020 und 2022 wurde die Zisterne umfassend restauriert: Betonzusätze wurden entfernt, der ursprüngliche byzantinische Ziegelboden freigelegt und eine neue Beleuchtung installiert.
Warum Sind die Säulen und Medusenköpfe So Bekannt?
Die Decke wird von 336 Marmorsäulen getragen, die in zwölf Reihen zu je 28 Säulen angeordnet sind; die meisten stammen aus älteren Bauwerken und wurden wiederverwendet. An zwei Säulenbasen in der Nordwestecke liegen Reliefs von Medusenköpfen unbekannter Herkunft, von denen eines seitlich und eines auf dem Kopf stehend eingebaut wurde – sie zählen zu den meistbeachteten Details der Anlage.
Die Säulenkapitelle sind überwiegend im ionischen und korinthischen Stil gearbeitet, einige wenige folgen dorischer Formgebung. Diese Vielfalt zeigt, dass beim Bau Material aus unterschiedlichen Epochen und Gebäuden zusammengetragen wurde. Auch die sogenannte Tränensäule mit ihrem Tropfenmuster gehört zu den meistdiskutierten Elementen der Zisterne.
Worauf Sollte Man Beim Besuch Achten?
Im Inneren führen hölzerne und stählerne Stege über den mit wenig Wasser bedeckten Boden, die Atmosphäre ist kühl und gedämpft beleuchtet; festes Schuhwerk und eine leichte Jacke erleichtern den Rundgang. Das Bauwerk gehört seit 1985 als Teil der Historischen Stätten von Istanbul zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Dank der fußläufigen Entfernung zum Sultanahmet-Platz lässt sich die Zisterne gut mit anderen historischen Sehenswürdigkeiten der Umgebung wie der Hagia Sophia und dem Topkapı-Palast verbinden. Da es im Inneren kühl bleibt, eignet sich ein Besuch auch gut für heiße Sommertage; die Beleuchtung wechselt gelegentlich in unterschiedlichen Farbtönen, sodass der Raum zu verschiedenen Tageszeiten jeweils anders wirkt.
Wer die schmalen Gänge zwischen den Säulenreihen entlanggeht, kann sowohl die Kapitelle als auch die Medusenköpfe in der Ecke aus der Nähe betrachten. Zu ruhigeren Tageszeiten wirkt der Rundgang entspannter, und auch für Fotos bleibt dann mehr Platz und Ruhe.



