Foto: Cosal · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons · Wikimedia Commons

Blog

Korčula historische Orte: Altstadt und Stadtmauern

Die Fischgräten-Gassen der Altstadt, die Kathedrale St. Markus, das umstrittene Marco-Polo-Haus, die Stadtmauern und der Moreška-Schwerttanz: ein sachlicher Rundgang durch Korčulas historische Orte.

Blogbeiträge21.07.2026
21.07.2026
Blog

Korčula historische Orte: Altstadt und Stadtmauern

Die Fischgräten-Gassen der Altstadt, die Kathedrale St. Markus, das umstrittene Marco-Polo-Haus, die Stadtmauern und der Moreška-Schwerttanz: ein sachlicher Rundgang durch Korčulas historische Orte.

Korčula historische Orte erzählen von einer aus Stein gebauten Stadt auf einer schmalen Halbinsel in der Adria. Der Fischgräten-Straßenplan der Altstadt, der jahrhundertelange Bau der Kathedrale St. Markus, die venezianischen Stadtmauern und Türme, der Moreška-Schwerttanz sowie die Ikonen der Schatzkammer der Abtei gehören zu den Stationen dieses kurzen Rundgangs. Auch die Marco-Polo-Verbindung wird erwähnt, nicht als belegte Tatsache, sondern als Behauptung der Stadt selbst. Diese Geschichte, die sich innerhalb der Mauern von Korčula an einem halben Tag erkunden lässt, wird hier ohne Übertreibung erzählt.

Die Fischgräten-Straßen der Altstadt

Die Straßen der Altstadt von Korčula verzweigen sich fischgrätenartig von einer einzigen Hauptachse in der Mitte aus. Diese Anordnung ist kein Zufall: Die Seitengassen schützen vor der starken Bora, während die Hauptachse die Meeresbrise ungehindert durch die Stadt strömen lässt, sodass selbst im Sommer eine kühlere Luftströmung erhalten bleibt.

Anders als die meisten dieser engen, stufenreichen Gassen verläuft die einzige Straße am Südostrand der Mauer eben und ohne Stufen; die Einheimischen nennen sie seit Jahrhunderten die Straße der Gedanken, weil man hier gehen kann, ohne auf die Füße achten zu müssen. Dieses Steingefüge, das die gesamte Halbinsel umschließt, trägt im Abendlicht noch immer die Spuren venezianischer Handwerkskunst.

Die Hauptachse, die Korzo-Straße, ist der Treffpunkt der Stadt; an ihr reihen sich Steinhäuser, kleine Cafés und Handwerksläden aneinander. Die Altstadt ist autofrei, weshalb sich der gesamte Fischgräten-Plan zu Fuß, meist innerhalb einer Stunde, von einem Ende zum anderen ablaufen lässt. Laut Volkszählung von 2021 leben in der Siedlung Korčula etwa 2.660 Menschen; die engen Gassen gehören nicht nur Besuchern, sondern auch Nachbarn, die morgens Brot holen, und Kindern, die nachmittags spielen.

Die Kathedrale St. Markus

Die Kathedrale St. Markus erhebt sich am höchsten Punkt der Halbinsel; ihr Bau zog sich von 1301 bis 1806 über Jahrhunderte hin. An der romanisch-gotischen Fassade fallen Steinschnitzereien, eine Rosette, Löwenfiguren sowie die Darstellungen von Adam und Eva am Hauptportal auf.

Diese von einheimischen Steinmetzen geschaffene Fassade ist der greifbarste Beweis für die Steinmetztradition Korčulas. Wer den Glockenturm erklimmt, blickt auf die roten Ziegeldächer und die im blauen Wasser ankernden Boote; der Eintritt kostet eine kleine Gebühr.

Am selben Platz liegt auch das Stadtmuseum, das Ausstellungen zur Steinmetzkunst, zum Schiffbau und zu Kaufmannshäusern der Insel zeigt. Dieser Platz ist der einzige Ort, an dem sich die religiöse, administrative und wirtschaftliche Vergangenheit der Stadt gemeinsam ablesen lässt. Die Widmung der Kathedrale an den Heiligen Markus ist kein Zufall; er war zugleich Schutzpatron der Republik Venedig, die die Stadt jahrhundertelang regierte.

Wurde Marco Polo in Korčula geboren?

Ein Steinhaus in einer der engen Gassen der Stadt gilt seit Jahrhunderten als Geburtsort von Marco Polo; das heutige Haus samt Turm wurde jedoch erst lange nach dem Tod des Reisenden errichtet. Diese Behauptung geht auf eine alte, der Stadt eigene lokale Tradition zurück und wird von den meisten Historikern nicht anerkannt.

Während die Ansicht, Marco Polo sei in Venedig geboren, in der Forschung vorherrschend bleibt, lässt sich der Geburtsort archivalisch nicht abschließend belegen. Das Haus und der Turm in Korčula verwandeln diese Unsicherheit in eine lokale Erzählung und damit in eine touristische Station; sie sind saisonal geöffnet, und der Turm dient als kleines Museum.

Die Stadt verschweigt nicht, dass die Behauptung umstritten ist; auch die Informationstafeln am Turmeingang weisen darauf hin, dass es sich um eine unbelegte lokale Tradition handelt, ohne dass archivalische Belege existieren. Wer dennoch die schmale Treppe hinaufsteigt, wird mit einem Blick über die Altstadt und den Hafen belohnt, unabhängig davon, ob die Behauptung zutrifft. Ähnliche unbelegte Geburtsort-Ansprüche finden sich auch in anderen Hafenstädten des Mittelmeers; was Korčula unterscheidet, ist die Offenheit, mit der die Behauptung vermittelt wird.

Stadtmauern, Türme und der Moreška-Schwerttanz

Im Mittelalter umgaben zwölf Türme die Halbinsel; sieben davon, darunter der Zakerjan-Turm, der Kanavelić-Turm und der Turm des Seetors, sind bis heute erhalten. Diese unter venezianischer Herrschaft (1420-1797) verstärkte Verteidigungslinie wurde auch mit Holz aus den eigenen Wäldern der Insel gebaut, das zugleich in Venedigs eigenen Schiffswerften verwendet wurde.

Der Moreška-Schwerttanz, der an Sommerabenden auf dem Platz gleich außerhalb der Mauern aufgeführt wird, ist Korčula seit dem 16. Jahrhundert verbunden; zwei Gruppen von Tänzern stellen in einem choreografierten Duell einen historischen Konflikt nach. Die Aufführung ist eine lebendige Tradition, die sich denselben Platz mit der Verteidigungsgeschichte der Stadt teilt.

Ein Teil der Türme steht heute mit anderer Nutzung: manche wurden zu einem Café, manche zu einer Unterkunft umgebaut, andere bleiben nur von außen sichtbare Denkmäler. Große Bauten wie der Revelin-Turm und der Turm des Großen Fürsten markieren die Punkte, an denen die seeseitige Verteidigungslinie der Mauern noch klar erkennbar ist. Der Rundweg entlang der Mauer zeigt von den seeseitigen Bastionen die Küste der Halbinsel Pelješac; bei Sonnenuntergang wird hier am deutlichsten sichtbar, wie die Stadt zu Verteidigungszwecken angelegt wurde.

Die Schatzkammer der Abtei und die Weindörfer in der Nähe

Die Schatzkammer der Abtei, gleich neben der Kathedrale im ehemaligen Bischofspalast untergebracht, zeigt als Zentrum ihrer Sammlung das in den 1430er Jahren entstandene Polyptychon Maria mit Kind und Heiligen von Blaž Jurjev Trogiranin. Dieses kleine Museum ist die dichteste Sammlung, die die religiöse Kunst der Stadt seit Mitte des 20. Jahrhunderts bewahrt.

Zur Sammlung gehören außerdem der Korčula-Kodex von 1214, Münzen aus der antiken Zeit von Korkyra Melaina und ein gotisches Biforienfenster. Die wenige Kilometer entfernten Dörfer Čara und Smokvica sind für den Weißwein Pošip bekannt, während Lumbarda für den fast ausschließlich hier angebauten Grk steht, der kaum exportiert wird; wer ihn probieren möchte, muss die Dörfer selbst besuchen.

Pošip ist eine autochthone, auf der Insel heimische Rebsorte; er gilt als trockener, leichter Weißwein mit Noten von Aprikose, Pfirsich und Zitrus und wird meist zu Fisch und lokalem Rauchfleisch gereicht. Von Korčula aus erreicht man diese Dörfer in kurzer Zeit mit dem Auto oder dem Fahrrad; die meisten Weingüter sind kleine Familienbetriebe, bei denen eine kurze Voranmeldung für eine Verkostung genügt.

FAQ

Wie erreicht man Korčula?

Korčula hat keinen eigenen Flughafen; der praktischste Weg ist die stündliche Fähre von Orebić, die in 20 Minuten übersetzt. Von Split verkehrt täglich ein schneller Katamaran, der einige Stunden dauert, auch Verbindungen über Hvar sind möglich. Von Dubrovnik aus fahren direkte Busse etwa drei Stunden; im Sommer verkehrt zudem eine Nachtfähre von Rijeka.

Wie viele Tage sollte man in Korčula einplanen?

Die Altstadt selbst ist kompakt genug, um sie in einem halben Tag zu erkunden, doch für Mauern, Kathedrale und Schatzkammer in Ruhe braucht es einen ganzen Tag. Wer zusätzlich die Strände von Lumbarda, die Weindörfer Čara und Smokvica sowie nahe gelegene Inseln mit dem Boot besuchen möchte, sollte zwei bis drei Tage einplanen.

Wann ist die beste Reisezeit für Korčula?

Dank des milden Mittelmeerklimas liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei etwa 9 bis 10 Grad, im Juli bei rund 27 Grad. Juni bis September ist die Hauptsaison mit den meisten Besuchern; für Moreška-Aufführungen und Besuche der Weindörfer bietet die Zwischensaison von Ende Mai bis Ende September weniger Andrang bei weiterhin warmem Wetter.