Reiseführer Nordägäische Inseln: Lesbos, Chios und Samos
Die Nordägäischen Inseln liegen nur eine kurze Fährfahrt von der türkischen Küste entfernt und umfassen Lesbos, Chios, Samos und Lemnos. Umgeben von Olivenhainen, Mastixgärten und Weinbergen bieten diese griechischen Inseln einen ruhigen, gut erreichbaren Rückzugsort – jede mit ihrer eigenen vielschichtigen Geschichte und Küche.
## Wie erreicht man die Nordägäischen Inseln?
Die Nordägäischen Inseln liegen überraschend nah an der Westküste der Türkei. Regelmäßige Fähren verbinden Ayvalık mit Lesbos, Çeşme mit Chios und Kuşadası mit Samos; im Sommer verkehren diese Linien häufiger, im Winter seltener oder gar nicht. Lemnos liegt weiter nördlich, in der Nähe der Dardanellen, und wird meist über Athen oder saisonale Fährverbindungen erreicht. Auch Verbindungen zwischen den Inseln bestehen, sodass sich mehrere Inseln zu einer Route kombinieren lassen.
## Was sollte man auf Lesbos sehen?
Molyvos (Mithymna) an der Nordküste zählt mit seiner aus der genuesischen Zeit stammenden Burg und den gepflasterten Gassen zu den fotogensten Orten der Insel. Im Südwesten bewahrt der Versteinerte Wald fossile Baumstämme, die vor Millionen von Jahren unter vulkanischer Asche begraben wurden. Die Stadt Plomari ist für ihre traditionellen Ouzo-Brennereien bekannt, von denen einige Besuchern den Herstellungsprozess zeigen. In der Inselhauptstadt Mytilini runden eine Burg aus byzantinischer Zeit, ein belebter Hafenplatz und ein archäologisches Museum einen Tagesausflug ab.
## Warum sind die Mastixdörfer auf Chios besonders?
Im Süden von Chios liegen die Mastihochoria, die Mastixdörfer, in denen seit Jahrhunderten das Harz des Mastixbaums geerntet wird. Pyrgi ist für die geometrischen Xysta-Muster bekannt, die die Hausfassaden schmücken, während Mesta mit seinen mittelalterlichen Steinhäusern und engen Gassen wie eine befestigte Siedlung wirkt. Im Inselinneren steht das Kloster Nea Moni, ein byzantinischer Bau aus dem 11. Jahrhundert, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt; seine Mosaiken und Innenfresken geben einen seltenen Einblick in die religiöse Kunst jener Zeit.
## Was gibt es auf Samos und Lemnos zu entdecken?
Auf Samos ist Pythagoreio mit seinem antiken Hafen und seinen Festungsanlagen das historische Zentrum der Insel; unweit davon liegt das Heraion mit den Überresten des Hera-Tempels, ebenfalls Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Insel ist zudem für ihren Wein aus süßen Muskattrauben bekannt, den man in den Tavernen von Vathy, der Inselhauptstadt, probieren kann. Lemnos hebt sich dagegen durch seine flachere vulkanische Landschaft, seine Sandstrände und ein ruhigeres touristisches Angebot ab. Die windsurftaugliche Küste und die weniger überlaufenen Strände machen die Insel zu einem Ziel für Reisende, die ein langsameres Tempo suchen.
FAQ
Wie lange dauert die Fähre von der Türkei zu den Nordägäischen Inseln?
Die Überfahrt von der türkischen Küste zu den Nordägäischen Inseln ist in der Regel kurz. Strecken wie Ayvalık nach Lesbos, Çeşme nach Chios und Kuşadası nach Samos dauern je nach Saison, Reederei und genauer Entfernung zwischen den Häfen meist zwischen ein und zwei Stunden. Im Sommer verkehren die Fähren häufiger, während im Winter einige Linien eingeschränkt oder ganz eingestellt werden, weshalb es sich lohnt, den aktuellen Fahrplan vor der Reise zu prüfen.
Wann ist die beste Reisezeit für die Nordägäischen Inseln?
Das späte Frühjahr bis zum frühen Herbst gilt allgemein als die ausgewogenste Zeit für einen Besuch der Nordägäischen Inseln, da das Wetter warm genug zum Baden ist, der stärkste Sommerandrang aber noch nicht eingesetzt hat oder bereits abgeklungen ist. Juli und August können heiß und voll sein, besonders in den beliebten Mastixdörfern und rund um die Burgstädte. Im Winter werden manche Fährverbindungen reduziert oder eingestellt, und zahlreiche Restaurants und Pensionen schließen saisonal, was die Planung einer Winterreise erschwert.
