Wichtige Fakten
Der Große Basar liegt auf der historischen Halbinsel Istanbuls, zwischen den Vierteln Beyazıt und Nuruosmaniye, und zählt mit einundsechzig überdachten Gassen und Tausenden Geschäften zu den ältesten und größten überdachten Märkten der Welt. Seine gewölbten Decken, steinernen Tore und ineinander verschlungenen engen Gassen machen ihn zugleich zu einem lebendigen Marktplatz und einem Stück gelebter Geschichte.
Was ist der Große Basar und wo liegt er?
Statt eines einzelnen Gebäudes funktioniert der Basar eher wie eine kleine Stadt für sich: Hohe Kuppelhallen gehen in schmale Handwerksgassen über, von denen jede traditionell einem bestimmten Gewerbe zugeordnet ist. Über die Jahrhunderte hinzugefügte Hans und Tore verleihen dem Basar seine bis heute komplexe, aber geordnete Struktur. Diese Mischung macht den Basar nicht nur zu einem Ort zum Einkaufen, sondern auch zu einem guten Platz, um den Alltag und Handel Istanbuls hautnah zu erleben.
Wie hat sich der Basar über die Jahrhunderte entwickelt?
Der Bau begann im Winter 1455/56 im Auftrag von Sultan Mehmed II., kurz nach der Eroberung Konstantinopels; der Kernbau, der İç Bedesten, war im Winter 1460/61 fertiggestellt. In den folgenden Jahrhunderten kamen ringsum neue Gassen, Karawansereien und Tore hinzu, sodass der Basar schrittweise seine heutige gewaltige Ausdehnung erreichte und zum Herzstück des osmanischen Handelslebens wurde.
Der Komplex wurde zwischen 1515 und 1701 wiederholt von Bränden heimgesucht und 1894 zusätzlich von einem schweren Erdbeben getroffen; nach jedem Ereignis wurde er wiederaufgebaut. Unter Großwesir Nevşehirli Damad İbrahim Pascha erfolgte 1730/31 ein umfassender Wiederaufbau, und die Erdbebenschäden des späten neunzehnten Jahrhunderts wurden über mehrere Jahre hinweg behoben.
Was können Besucher im Basar sehen?
Die Gassen rund um die beiden großen Bedestane und dreizehn Hans sind traditionell nach Handwerk geordnet und umfassen Goldschmiedekunst, Teppiche, Leder, Keramik, Seide und Gewürze; die Kalpakçılar-Straße ist besonders für ihre Goldschmiede bekannt. Diese Aufteilung zeigt bis heute, wie der Markt vor Jahrhunderten organisiert wurde.
Ein Spaziergang durch die engen Gassen zeigt osmanische Architektur ebenso wie eine Händlerkultur, die über Generationen derselben Familien weitergegeben wurde. Kleine Moscheen und Brunnen im Inneren des Basars erinnern daran, dass hier seit jeher nicht nur Handel, sondern auch alltägliches Leben stattfand. Auch Kupferschmiedearbeiten und handgefertigte Keramik gehören zu den traditionellen Handwerkszweigen, die im Basar bis heute lebendig sind. Lederwaren und handgefertigte Textilien zählen ebenfalls zu den beliebten Mitbringseln aus dem Basar.
Praktische Hinweise für den Besuch
Da der Basar im Zentrum der historischen Halbinsel liegt, in Gehweite von Sultanahmet und Beyazıt, ist er ein naheliegender Stopp auf jeder Istanbul-Reise, und seine zahlreichen Tore ermöglichen den Zugang aus mehreren Richtungen. Sonntags bleibt er geschlossen, weshalb sich ein Besuch an einem anderen Wochentag empfiehlt.
Das labyrinthartige Gassengewirr kann beim ersten Besuch etwas verwirrend wirken; es hilft, sich eines der Haupttore als Orientierungspunkt zu merken. Am Vormittag ist es meist ruhiger, bevor später am Tag mehr Besucher eintreffen. Eine geführte Tour kann zudem helfen, die Geschichte und die verschiedenen Abschnitte des Basars besser zu verstehen.



