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Kos historische Orte: Von der Antike bis zu den Johannitern

Vom Asklepieion über die Neratzia-Burg bis zur Platane des Hippokrates: Diese historischen Orte auf Kos erzählen die Geschichte einer Insel zwischen Antike und Mittelalter.

Blogbeiträge21.07.2026
21.07.2026
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Kos historische Orte: Von der Antike bis zu den Johannitern

Vom Asklepieion über die Neratzia-Burg bis zur Platane des Hippokrates: Diese historischen Orte auf Kos erzählen die Geschichte einer Insel zwischen Antike und Mittelalter.

Kos historische Orte reichen von einem über zweitausend Jahre alten Heilheiligtum bis zu einer Ritterburg des Mittelalters – auf kaum einer anderen griechischen Insel liegen antike und mittelalterliche Spuren so dicht beieinander. Wer die Stadt Kos besucht, findet auf wenigen Kilometern das Asklepieion, die Neratzia-Burg, die sagenumwobene Platane des Hippokrates, die antike Agora mit ihren römischen Ruinen und ein Museum, das die Funde all dieser Stätten bewahrt.

Das Asklepieion (antikes Heiligtum des Asklepios)

Das Asklepieion war ein antikes Heilheiligtum für Asklepios, den griechischen Gott der Heilkunst, das auf terrassenförmigen Ebenen südwestlich der Stadt Kos errichtet wurde. Kranke reisten aus dem gesamten Mittelmeerraum an, um hier Reinigungsrituale, Bäder und medizinische Behandlung zu suchen; die Anlage entwickelte sich zugleich zu einem Zentrum ärztlicher Ausbildung.

Der Überlieferung nach lehrte hier Herodikos den jungen Hippokrates, der um 460 v. Chr. auf Kos geboren wurde und später als Begründer einer rationalen, auf Beobachtung gestützten Medizin gilt. Nach seinem Tod wirkte das Heiligtum unter der Leitung seiner Söhne Thessalos und Polybos weiter und entwickelte sich zu einer der bekanntesten Ärzteschulen der antiken Welt. Die heute sichtbaren Baureste – Säulenhallen, Altäre, ein Tempel für Asklepios und Reste von Thermalquellen – stammen größtenteils aus hellenistischer und römischer Zeit, da das ursprüngliche Heiligtum mehrfach erweitert und nach Erdbeben wiederaufgebaut wurde. Von der obersten Terrasse blickt man weit über die Küste, ein Ausblick, den schon die antiken Patienten während ihrer Genesung genossen haben dürften. Zypressen und Pinien säumen bis heute die Wege zwischen den Terrassen und vermitteln einen Eindruck davon, wie parkartig und ruhig das Heiligtum einst angelegt war.

Die Neratzia-Burg der Johanniterritter

Die Neratzia-Burg ist eine Festung der Johanniterritter, die den Zugang zum Hafen von Kos-Stadt bewacht und ihren Namen an die griechischen Bitterorangenbäume erinnert, die einst ihre Wälle säumten. Die Ritter des Ordens vom Heiligen Johannes begannen den Bau kurz nach der Eroberung der Insel im Jahr 1315 und verstärkten die Anlage über die folgenden zwei Jahrhunderte.

Die Doppelburg besteht aus einer inneren und einer äußeren Ringmauer, getrennt durch einen breiten Wehrgraben, der die Festung zusätzlich schützte. Nach schweren Erdbeben Ende des 15. Jahrhunderts ließen die Großmeister des Johanniterordens die Mauern erneut verstärken, bevor die Ritter 1523 nach der osmanischen Eroberung von Rhodos und Kos die Insel endgültig verließen. Über eine Brücke, die den ehemaligen Stadtgraben überspannt, ist die Burg bis heute mit der Altstadt und der Platanenallee am Hafen verbunden – ein Übergang von der mittelalterlichen Festung zur lebendigen Stadt von Kos. In den Mauern finden sich zudem wiederverwendete antike Steinblöcke und Säulenfragmente aus der zerstörten antiken Stadt, sichtbare Spolien, die von der langen Baugeschichte der Festung erzählen.

Die Platane des Hippokrates: Wie alt ist der berühmte Baum?

Die Platane des Hippokrates steht im Zentrum der Stadt Kos und gilt mit ihrem gewaltigen, weit verzweigten Stamm als einer der ältesten Bäume Europas; ihr genaues Alter lässt sich nicht sicher bestimmen. Der heutige Baum wird auf schätzungsweise 500 Jahre datiert, während die lokale Überlieferung eine ununterbrochene Kette von Nachkommen bis zu einem Baum aus der Zeit des Hippokrates zurückverfolgt.

Der Legende nach unterrichtete Hippokrates, der Begründer der abendländischen Medizin, seine Schüler im Schatten dieses Baumes – eine schöne Geschichte, die sich historisch nicht belegen lässt, da Platanen kaum so lange Zeiträume überdauern. Weil die mächtigen Äste inzwischen zu schwer für den ausgehöhlten Stamm geworden sind, stützen heute Metallgerüste und Stützpfeiler die weit ausladende Krone. Der Baum steht nur wenige Schritte von der Neratzia-Burg entfernt und bildet gemeinsam mit einem alten osmanischen Brunnen das Herzstück des zentralen Platzes, an dem sich Einheimische und Reisende bis heute im Schatten treffen. Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich zudem eine osmanische Moschee aus der Zeit der türkischen Herrschaft über die Insel, die dem Platz zusätzlich sein historisches Gepräge verleiht.

Die antike Agora & römische Ruinen

Die antike Agora von Kos war einer der größten Marktplätze der griechischen Welt und bildet zusammen mit den anschließenden römischen Ruinen ein weitläufiges Freilichtareal nahe dem Hafen. Ausgegraben wurden Säulenhallen, ein Odeon, Wohnhäuser mit Mosaikböden und Reste von Tempeln, die von der wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung der antiken Stadt zeugen.

Ein verheerendes Erdbeben zerstörte die antike Stadt im Jahr 469 nach Christus weitgehend, sodass viele Bauten unter späteren Schichten begraben blieben, bis italienische Archäologen sie in den 1930er-Jahren systematisch freilegten. Zu den bedeutendsten Funden zählt die Casa Romana, eine rekonstruierte römische Stadtvilla mit gut erhaltenen Mosaikböden. Im westlichen Ausgrabungsgebiet liegen zudem das Haus der Europa mit seinem Mosaik zum Raub der Europa sowie die Überreste öffentlicher Bäder, eines Odeons für Theateraufführungen und einer gepflasterten Säulenstraße, die einst zwei Stadtviertel verband. Wieder aufgerichtete Säulen eines antiken Gymnasiums markieren zusätzlich, wo sich junge Männer einst sportlich und geistig auf das öffentliche Leben der Stadt vorbereiteten.

Archäologisches Museum von Kos

Das Archäologische Museum von Kos bewahrt die wichtigsten Fundstücke aus dem Asklepieion, der antiken Agora und den römischen Stadthäusern der Insel und liegt zentral in der Inselhauptstadt, unweit von Burg und Hafen. Das 1936 unter italienischer Verwaltung errichtete Gebäude wurde im Jahr 2016 umfassend saniert und modernisiert.

Im Innenhof und in den Sälen stehen Statuen und Mosaiken aus mehreren Jahrhunderten, darunter eine Hippokrates zugeschriebene Büste sowie eine Darstellung der Hygieia, der Göttin der Gesundheit und Tochter des Asklepios. Die Sammlung verbindet damit unmittelbar die medizinische Tradition des Asklepieions mit den Wohnhäusern der antiken Agora und macht das Museum zum idealen Ausgangspunkt, um die historischen Orte auf Kos chronologisch einzuordnen, bevor man die Ausgrabungsstätten selbst besucht. Vitrinen mit Münzen, Grabbeigaben und Alltagsgegenständen ergänzen die Präsentation und zeichnen ein facettenreiches Bild des Lebens auf der antiken Insel.

FAQ

Wie viele Tage braucht man, um die historischen Stätten von Kos zu besichtigen?

Zwei bis drei volle Tage reichen in der Regel aus, um die wichtigsten historischen Stätten von Kos ohne Eile zu besichtigen. Allein in Kos-Stadt finden sich das Asklepieion mit seinem antiken Heiligtum, die Ritterburg, die antike Agora, die Casa Romana und das antike Odeon, die alle bequem zu Fuß oder mit kurzen Fahrten voneinander erreichbar sind, sodass zwischen den Besichtigungen genug Zeit zum Ausruhen bleibt.

Was ist die beste Jahreszeit für einen Besuch von Kos?

Frühling (April bis Juni) und früher Herbst (September bis Oktober) gelten allgemein als die angenehmsten Reisezeiten für Kos, da die milden Temperaturen einen Spaziergang durch Freiluft-Ausgrabungsstätten wie das Asklepieion deutlich angenehmer machen als in der Hochsommerhitze. Der Hochsommer bringt höhere Temperaturen und mehr Besucher mit sich, weshalb Reisende, die ruhigere und kühlere Besichtigungsbedingungen bevorzugen, oft diese Nebensaison-Monate wählen.

Wie erreicht man Kos (mit der Fähre von Bodrum oder Piräus, oder mit dem Flugzeug)?

Kos lässt sich auf verschiedene Weisen erreichen. Der internationale Flughafen Kos (auch als Hippokrates-Flughafen bekannt) wird von Inlandsflügen aus Athen sowie von saisonalen internationalen Flügen angeflogen, vor allem in den wärmeren Monaten. Fähren verbinden Kos über eine längere Seestrecke mit Piräus, dem Hafen von Athen, während eine deutlich kürzere Fährüberfahrt Kos mit Bodrum in der Türkei verbindet, was diese Route bei Reisenden beliebt macht, die beide Länder in einer Reise verbinden möchten.